
Die Geschichten meiner Etappen als Musiker - in der Zeitnavigation
2026 | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020
2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013
2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006
2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | 2000 | 1999
1998 | 1997 | 1996 | 1995 | 1994 | 1993 | 1992
1991 | 1990 | 1989 | 1988 | 1987 | 1986 | 1985
1984 | 1983 | 1982 | 1981 | 1980 | 1979 | 1978
2026 bis 1985

An den Klavieren in dieser Welt
Wo auch immer ein halbwegs gestimmtes Klavier steht, versuche ich, es erklingen zu lassen. So haben mich tausende Menschen spielen hören, ohne dass sie dafür Eintritt gezahlt hätten. ❤️ So geschehen bei einem Tag der Offenen Türe am Waldbröler Hollenberggymnasium und am großen Busbahnhof von Sao Paulo (hier stand bereits 2008 ein hochpolierter edler Flügel in der Zentralhalle für Pianisten zum Bespielen bereit – seit ein paar Jahren floriert das Konzept in England). 🎹 So geschehen auch auf allerhand Kreuzfahrtsschiffen und über die Jahre spontan in Mainzer Weinkneipen. 🎹 Oder in den unterschiedlichsten Historic Houses von England. 🎹 Oder in Kirchen in aller Welt, sei es in der Altstadt von Nürnberg oder im Hafenörtchen Torquay/Devon. 🎹 Und natürlich auf allerhand Geburtstagen, Hochzeiten und anderen privaten Feiern.
Wie man die Musik, die man in sich trägt, immer wieder an den unterschiedlichsten Orten erklingen lassen kann, das möchte ich mit einem Charakterisierung beschreiben, die mir eine alte Nachbarin einmal schrieb: 🪶 Es gibt ein schönes Zitat „wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.“ – Ich kenne kaum einen Menschen, der das so gut kann wie du. 🪶
Zu den Ländern, in denen man Klaviere an vielen öffentlichen und privaten Stellen findet, gehören neben Deutschland die englisch-sprachigen Länder Großbritannien, Südafrika, Simbabwe, Kanada und Neuseeland und – das war für mich überraschend – russisch-beeinflusste Länder wie Kirgisistan und Usbekistan. Dagegen gibt es Länder, in denen ich kein einziges Klavier stehen sah, und wenn, dann diente es allenfalls als dekoratives wenn auch hochgradig verstimmtes Möbelstück.
2017
Am Büthner-Flügel im Brentanohaus
Im Rahmen seiner hr2-KulturVerFührung „Reise wie ins 19. Jahrhundert“ verlost der Rundfunksender hr2 Besichtigungsgutscheine für das frisch renovierte Brentanohaus im Rheingau. Ich gewinne zwei Tickets und berichte auf analogo.de über die Bedeutung des Hauses und die Vernetzung der Familie des Dichters Clemens Brentano mit der europäischen Geschichte. Im Laufe der zwei Stunden kommen wir in ein Musikzimmer, in dem ein alter Büthnerflügel aus den 1870er Jahren steht. Lauschen Sie meiner Musik, die ich spontan zum Besten gebe. Die Musik ist Teil des hr2-Radiobeitrags, zu Artikel und Audiostreifen gehts hier.
2012
Afrikanische Rhythmen zum 44. Geburtstag - in Mainz
Im Kräutergarten einer Mainzer Freundin feiere ich meinen 44. Geburtstag. Die Gäste legen teilweise lange Wege zurück, aus Nordrhein-Westfalen kommend, aus Baden-Württemberg, aus München, viele Kommilitonen aus Landau reisen an und sogar ein alter Freund aus England. Wir essen an geschmückten Tischen im Gewächshaus und sitzen bis spät in die Nacht am gleißenden Lagerfeuer. Musikalisch wird es ein Abend der Superlative.
Erst fragen wir Modou Seck, den wir vom Konzert im Frankfurter Hof am 16. September kennen und der zusammen mit Youssou N’Dour (7 seconds) aufgetreten ist. Modou hat zwar gerade keine Zeit, aber über ihn finden wir einen anderen senegalesischen Musiker: Den Meistertrommler Paul Diassy. Ich bin sehr froh, als ich endlich Paul mit Partner Franz d’Avis engagieren kann.
Mit Djembé-und Bodhrán-Trommel, Gitarre und ätherischem Gesang tragen sie senegalesich-angehauchte Balladen von ihrer neuen CD „Double“ vor. Von einem kleinen schützenden Pavillon entrollen die zwei Musiker einen afrikanischen Rhythmus nach dem anderen in die herbstliche Abendluft Gonsenheims. Wir tanzen – beseelt und geglückt.
Schon einmal wurde ich zum Geburtstag mit afrikanischer Musik beglückt. Eine kleine Geschichte hierzu schildere ich weiter unten zum Jahre 1998.
2010
Edward Elgar & Julian Lloyd Webber in London
Im Oktober 2010 bereiten meine Frau und ich unsere Hochzeit in London vor. Am 29. Oktober besuchen wir in der Royal Albert Hall ein Cellokonzert mit Julian Lloyd Webber als Solisten und dem Royal Philharmonic Orchestra. An diesem Abend spielt der Bruder von Musical-Legende Andrew Lloyd Webber das so von uns geliebte Cellokonzert e-Moll op. 85 von Edward Elgar, manchen bekannt als das kulminante Stück im Kinofilm „Der Klang des Herzens“ mit Robin Williams, Keri Russell, Jonathan Rhys Meyers und dem Londoner Freddie Highmore. Es wird das musikalische Lieblingsandenken unserer Hochzeit. – Am Abend des nächsten Tages dinieren wir mit unserer angehenden Trauzeugin im eleganten Oxford und Cambridge Club. Und wer speist da zu unserer Überraschung am Nebentisch? Es ist Julian Lloyd Webber. Well, then.
2009
Im Hotel Grand Orzu/Taschkent lasse ich Ludovico Einaudi erklingen
In den ehemaligen russischen Republiken Zentralasiens lernen meine Frau und ich viel über den Einfluss Russlands auf die hiesige Kultur. So besuchen wir in Taschkent/Usbekistan das schöne Opernhaus und hören und sehen Giuseppe Verdis Oper Rigoletto (wer kennt nicht die Arie La donna è mobile?).
Über eine Woche lang wohnen wir im Hotel Grand Orzu. Und auch hier wieder ein Symbol klassischer Musik: Im Innenhof steht ein Klavier. Tagesüber ist es heiß, das Thermometer reißt die 40 Grad Celsius Marke. Trotz dieser Trockenheit ist das Klavier gar nicht so schlecht gestimmt und so spiele ich an mehreren Tagen für eine oder gar zwei Stunden. Wie sich zeigt, erfreuen sich die Gäste, die rundherum in lauschigen Innenhof auf Tapchans sitzen. Unter ihnen ist der Dirigent des Luzerner Sinfonieorchesters ganz angetan von meiner Interpretation eines Stückes von Ludovico Einaudi.
Am Tag darauf will ich mich gerade wieder ans Klavier setzen, als mich einer der Hotelangestellten zu sich winkt. Er holt sein Smartphone hervor und spielt mir das Video seiner Tonaufnahme von gestern vor. Was denn das für ein tolles Stück gewesen sei? Ich bekunde, dass es Einaudis Stück „Nefeli“ war. Im Anschluss spiele ich noch einige andere Stücke des italienischen Komponisten. Eine ganze Gruppe von Hotelangestellten lauscht andächtig und erfreut.
2009
Auf einem legendären Coldplay Konzert in Auckland
Im März 2009 fliegen wir eigens von Christchurch nach Auckland, um ein Konzert der Band Coldplay in der Vector Arena zu besuchen. Leadsänger Chris Martin animiert tausende Menschen dazu, mit ihrem Handy zur Musik eine der ersten Handy-Licht-Wellen überhaupt zu machen, während das Stadion abgedunkelt wird. Magisch.
2009
Treffen mit dem Liedermacher Luke Hurley in Auckland
2009 reisen meine Frau und ich über 7.000 Kilometer durch das wunderbare Neuseeland. In Auckland lauschen wir dem Musiker Luke Hurley auf der Straße. Am Abend tauschen wir uns aus und kommen von der Musik auf andere Themen. Luke erzählt uns über seinen Song „2 degrees“, der in Neuseeland für Schlagzeilen sorgte. Luke verkaufte alleine von dieser Single 50.000 Kopien, denn die Botschaft des Songs war die Enthüllung eines großen neuseeländischen Skandals. Mit 2 degress wurde die Bevölkerung auf einmal mit tabuisierten Fakten konfrontiert, die das Konzert der neuseeländischen Mainstream-Medien, Politik und Großfinanz zu übertönen versucht hatte.
Am 28. November 1979 war eine DC-10 der Air New Zealand (Flug NZ901) am südlichsten aktiven Vulkan auf der Erde, dem 3.790 Meter hohen Schichtvulkan Mount Erebus in der Antarktis, zerschellt. Neuseeländische Streckenlotsen hatten der Crew des Fluges falsche Flugkoordinaten vorgegeben – mit einem äquivalenten Betrag von zwei geografischen Graden. Aufgrund schlechter Sichtverhältnisse waren die Piloten auf die Hilfe der vorgegebenen Koordinaten angewiesen. In dieser todbringenden Konstellation flog das Flugzeug unbedarft gegen den Mount Erebus. 257 Menschen kamen uns Leben.
„Man“ hatte den navigatorischen Kurs bzw. die Koordinaten geändert, ohne die Crew ordentlich zu informieren. Die Schuld für die Tragödie schoben sich Regierung und Fluggesellschaft gegenseitig in die Schuhe. Lange versuchte man, alles dem Kapitän alleine anzuhängen. Die juristischen Auseinandersetzungen nach der Katastrophe addierten sich auf 100 Millionen Dollar.
Luke besang die „inszenierte Litanei von Lügen“, wie „jemand“ in das Büro des zu Unrecht verantwortlich gemachten Kapitäns einbrach – just am Tag seiner Beerdigung. Ähnlich wie beim Watergate-Skandal rund um US-Präsident Richard Nixon waren auch die mutmaßlichen Einbrecher diesmal Mitarbeiter des Geheimdienstes, quasi Kumpels derjenigen Leute, die den Sänger selber bedrohten.
Lukes CD „Best of Luke Hurley“ kann ich übrigens sehr empfehlen.
2008
In der Casa Richter Escuela de las Artes in Frutillar/Chile
Auf unserer zweiten Weltreise besuchen wir abermals das Örtchen Frutillar im chilenischen Seendistrikt. In der Musikschule Casa Richter – Escuela de las Artes spiele ich während einer Woche immer mal wieder auf dem Klavier. Seit unserem ersten Besuch vor elf Jahren hat sich dieser Traumflecken Erde von einem kleinen Tourismusort zu einem Zentrum der Musik entwickelt. Im neuen Teatro del Lago lauschen wir einem Chor und einem Orchester. Erst 2010 wird das Theater offiziell eröffnet werden. Mit ihrer reizvollen Lage am tiefblauen Lago Llanquihue ist Frutillar das Bregenz-Äquivalent Südamerikas (wobei das Panorama hier noch großartiger ist als jenes in Bregenz). 2017 wird Frutillar eine UNESCO Creative City of Music.
2008
Entspannte Echtzeitkompositionen in Haines/Alaska
Auf unserer zweiten Weltreise halten wir mit einem Kreuzfahrtsschiff im kleinen Örtchen Haines an der Inside Passage von Alaska. Wir schauen in der örtlichen Haines Borough Public Library vorbei. Ich finde es immer spannend, Bibliotheken in fremden Orten anzuschauen, denn ich meine, man lernt dabei sehr viel über die Menschen vor Ort. Was lesen sie an diesem Ort? Was ist den Menschen hier wichtig? Zu meiner Überraschung steht mitten in dieser Bibliothek ein Klavier. Auf dem Schiff hatte ich auch schon ein paar Stücke zum Besten gegeben, und nun ist auch noch an diesem doch meistens an sich ruhigen Ort ein Musikinstrument. Ich setze mich hin und spiele rund 20 Minuten lang von mir so geliebte Echtzeitkompositionen. Meine Frau beobachtet, wie sich die Menschen dabei entspannen und ihr gelingt ein Bild (siehe Thumbnail nebenan), welches diesen Moment einfängt.
2005
Einaudi in Mainz
Nach seinem Sotto Falso Nome Tour-Konzert im Frankfurter Hof in Mainz beeindruckt mich der italienische Pianist Ludovico Einaudi mit einem kräftigen Händedruck. Zu dieser Zeit ist Einaudi in Großbritannien bereits ein Star, in Deutschland kaum bekannt. Im Konzertsaal des Frankfurter Hofes sitzen geschätzte 20 Zuhörer. Nach dem Konzert versuche ich einige Monate lang erfolglos, Einaudis Musik bei deutschen Radiostationen zu bewerben. Von den deutschen Radiostationen bekomme ich zu hören, nein, diese Musik wäre nichts für die deutsche Zuhörerschaft. Das ändert sich erst viel später. Konservative Bürgerinnen und Bürger von Rheinland-Pfalz halt, für die es bedeutend ist, was in Rheinpfalz und Allgemeiner Zeitung gelobt wird, und gleichgültig, was dort ignoriert oder getadelt wird.
1998

Afrikanische Rhythmen zum 30. Geburtstag - in Malawi
Auf unserer langen Afrikareise überrascht mich meine Frau mit einer Geburtstagsparty zum 30. Geburtstag. Wir sind per 240-PS-Nissan Safari Allrad unterwegs, ausgestattet mit Seilwinde, Matratzenpritsche im Canopy, selbstgenähten Gardinchen, Kocher, eine große Box voller Ersatzteile, dem ganzen Programm halt. Sieben Monate lang fahren wir 20.000 Kilometer durch alle Wüsten des südlichen Afrikas und weilen nun am Malawi-See.
Südlich von Chipoka direkt am See hat ein neue Hotel aufgemacht. Es ist noch nicht ganz fertig. Zum angrenzenden Dorf hat das Hotel einen 5-Meter-hohen Zaun errichtet. Außer dem Hotel und dem Dorf gibt es hier weit und breit keine Ansiedelung.
Meine Frau lädt heimlich 30 Personen aus dem nachbarlichen Dorf ein, besteht aber darauf, dass die Gruppe 50/50 zur Hälfte aus Frauen bestehen muss. Der Deal ist: Sie tanzen und singen, und wir bekochen und bewirten sie reichlich.
Als Bezahlung schlägt Hotelmanager Max vor, die Menschen essen zu lassen, denn sie seien generell unterernährt, hätten beispielsweise monatelang keinen Zucker mehr gesehen. Wir geben einen Großteil unserer Reisvorräte her, lassen Hühncher schlachten, und auch sonst sparen wir nicht. Es wird eine großartige Party – für alle Beteiligten. Bemerkenswert ist der Beginn der Party, als ich vom Manager gebeten werde, vor den schüchternen Menschen zunächst eine Rede zu halten. Ganz schüchtern nähern sich die 30 der Terrasse des Hotels, und der Manager hat Recht. Nach der Rede ist ein wenig Vertrauen da, die Party kann starten. Sie starten mit zahmer Gospel-Musik, und je länger der Abend dauert, desto wilder wird es.
1998
Klaviernachmittage im Gartenteehaus Tonys Coffee Shoppe in den Bergen Simbabwes
Auf unserer ersten Weltreise verbringen meine Frau und ich ein paar Wochen in den großartigen Vumba Mountains in Simbabwe. Wir wohnen in einem Cottage mit Kamin bei George und Barbara. George ursprünglich aus Mauritius mit herrlichem British-English-Französisch-Akzent und Barbara ganz charmante Kolonial-Engländerin. Unweit unseres Cottages betreibt ein südafrikanischer Architekt namens Tony seinen „Tonys Coffee Shoppe“.
Tonys Kuchen sind weithin bekannt und im fein-künstlerisch gestalteten Café steht ein gut gestimmtes Klavier. Fast täglich besuchen wir Tony und sein Team. Wir machen einen Deal: Ich spiele für die Gäste Klavier, dafür bekommen wir Kaffee und Kuchen. In der Hoffnung, nun keinem Wiener Konditor zu nahe zu kommen: Vor allem der Schokoladenkuchen ist der Beste der Welt. Wie Tonys Mitarbeiter Thomas – mit dem Kuchen auf dem Tablett – täglich sagte: Chocolate, Chocolate, Chocolate.
Tonys Beschreibung auf seiner Teehaus-Webseite sagt eigentlich alles, was diesen zauberhaften Ort ausmacht: „Specialty coffees, decadent hot chocolates, a library of over a hundred teas, and homemade cakes — served in the cool, misty gardens of the Bvumba.“
Wer in dieser grandiosen Bergwelt Afrikas weilt, fühlt sich ohnehin beschenkt. Dann in solch einer Atmosphäre größter Natur- und Kulturschönheit gute Klaviermusik zum Besten geben zu dürfen, und bei den Gästen damit beitragend ein Gefühl zu erzeugen, dass es einfach nur richtig ist, in diesem Moment jetzt gerade hier zu sein, diese Stunden in Tonys Coffe Shoppe gehören zu den glücklichsten meines Reiselebens.
1997
Klavierepisoden im chilenischen Frutillar
Auf unserer ersten Weltreise verbringen meine Frau und ich zwei wunderbare Wochen im Ort Frutillar im Seendistrikt von Chile. Mitte des 19. Jahrhunderts zogen viele deutsche Auswanderer in dieses Traumfleckchen Land. Während unserer Zeit wohnen wir im Kaisersseehaus, zum Frühstück bereitet die Gastwirtin Viola jeden Morgen eine frisch zubereitete Torte, gerne mit frischen Himbeeren.
In dieser gesegneten Zeit lernen wir Adela Daetz kennen, die Ehefrau des zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Mitgründers der Musikwochen von Frutillar. Bei ihr zuhause spiele ich auf dem schönen Klavier. Als wir 2008 auf unserer zweiten Weltreise nach Frutillar zurückkehren, ist Adela bettlegerisch, bekommt kaum mehr etwas mit. Doch dann spiele ich abermals auf ihrem Klavier. Die Betreuer merken, wie sich Adela regt, wie sie lächelt (was sie sonst kaum mehr tut). Es ist eine ganz innige Freude, mit einem déjà-entendu jemanden zum Leben wiederzuerwecken.
Am Silvesterabend lädt ein gutes Hotel vor Ort seine Hotelgäste zur Gesangs- und Klaviersoirée ein. Meine Frau und ich stellen ein abwechslungsreiches Programm zusammen.
1996
Jazz-Piano Unterricht bei Simon Höneß
Bei einem seiner Auftritte in Mainz werde ich auf den Jazzpianisten Simon Höneß aufmerksam. Ich frage ihn, ob er mir Jazz-Piano Unterricht geben würde. Über viele Monate kommt Simon in meine kleine 48-m²-Wohnung in die Kurfürstenstraße und sensibilisiert mich für Jazzrhythmen. Während ich Simons Musik einfach nur bewundere, empfindet er es umgekehrt erstaunlich, wie ich Keith Jarretts „Köln Concert“ vom Blatt lese und spiele. Heute spielt Simon in der Gruppe superfro.
1991
Soirée im Barocksaal des Steigenberger Hotels in Bad Neuenahr
Im Barocksaal bzw. Wiener Café des Steigenberger Hotels in Bad Neuenahr unterhalte ich zwischen 21 und 24 Uhr eine Festgesellschaft mit Klaviermusik. Es ist mein erster und vorletzter bezahlter Auftritt (300 DM). Eine Wohltat, auf dem Steinway-Flügel des Luxushotels zu spielen.
Mein Programm ist das Folgende:
🎹 Träumerei von Robert Schumann
🎹 Poème in Des-Dur von Zdeněk Fibich
🎹 Erotik op. 43 von Edvard Grieg Lento molto
🎹 Don’t get around much anymore von Duke Ellington
🎹 The Entertainer von Scott Joplin
🎹 In a Sentimental Mood von Duke Ellington
🎹 Prélude to a kiss von Duke Ellington
🎹 Solitude von Duke Ellington
🎹 Sophisticated Lady von Duke Ellington
🎹 Nocturne Es-Dur von Frédéric Chopin
🎹 Marché funèbre von Frédéric Chopin
🎹 Regentropfen-Prélude von Frédéric Chopin
🎹 Chanson Triste von Pjotr Iljitsch Tschaikowski
🎹 Lieder ohne Worte von Felix Mendelssohn-Bartholdy
🎹 Für Elise von Ludwig van Beethoven
1990
Erteilung von Klavierunterricht in England
1990 lebe ich ein halbes Jahr in England und erteile der Tochter meiner Pensionsbesitzer Klavierunterricht. Dafür wäscht die Dame des Hauses meine Wäsche. Die 16-Jährige fordert mich auf, ihr als erstes Sergei Rachmaninows cis-Moll-Prélude op. 3 beizubringen. Ich verstehe, dass sie das Stück spielen möchte, ist es doch eines der beliebtesten Kompositionen Rachmaninows. Meine angehende Schülerin hatte vielleicht gehört, als ich das Stück ein paar Male im Frühstücksraum der Pension spielte. Das Problem ist nur, dass sie noch nie zuvor Klavierunterricht hatte …
1989
Begleitender Pianist für Sängerin bei Gesangswettbewerb
Begleitender Pianist für Andrea Kalkum beim Wettbewerb „Jung Oberberg singt, spielt und tanzt“ am 21. September 1989. Das aufgeführte Stück ist das Ave Maria von Charles Gounod. Die Gewinner des Gesangswettbewerbes heißen an diesem Tag Ramona Sander und Andrea Kalkum. Um ein Gefühl für die Mischung Ave Maria Lied & Klavier zu bekommen, verlinke ich nebenan im Thumbnail eine Interpretation von Helene Fischer.
1978
Meine ersten Musikstunden
Ab dem Alter von 9 Jahren erhalte ich meinen ersten Klavierunterricht. Hierzu fährt mich meine Mutter jede Woche rund 12 Kilometer zu meiner Klavierlehrerin in eine kleine Ortschaft bei Eckenhagen. Nach drei Jahren wechsele ich für weitere drei Jahre zu einer Lehrerin nach Wiehl. Neben Klavier versuche ich mich eine Saison lang an der Gitarre.