A
abgeordnetenwatch.de
Aktive Unterstützung des Vereins abgeordnetenwatch.de in den Jahren 2011 bis 2017. Ich bin der Überzeugung, dass sich Politiker mehr erklären müssen. Auf der Webseite von abgeordnetenwatch.de können Bürgerinnen und Bürger unkompliziert und ehrlich Kontakt miteinander aufbauen. Politiker stehen wie niemand Zweites für die Funktionalität von Gemeinschaften, denn ihre Wirkkraft ist groß, bleibt aber oft ungesehen. Wenn sie dann irgendwann aus der aktiven Politik aussteigen, löschen sie häufig ihren persönlichen Internetauftritt, womit ein wesentlicher Aspekt ihres Wirkens verloren ist, nämlich die historische Bedeutsamkeit ihres Wirkens. Als Beispiel sei der deaktivierte Internetauftritt der Grünen-Politikerin Dorothea Steiner genannt, der nur noch im Internetarchiv zu finden ist.
A
attac
Die Globalisierung lässt unsere kleinen Welten mit den kleinen Welten fern wohnender Menschen verschmelzen. Hierbei geraten schnell die Interessen der Menschen hier vor Ort aus dem Fokus, wo auch immer „hier“ ist. Es kann nicht nur gut sein, dass das große Ganze gut geheißen wird und dem vor Ort Befindlichen weniger Beachtung geschenkt wird. Insofern hat Globalisierung nichts mit einem polarisierenden „Kampf gegen Nationalismus“ zu tun. Ganz im Gegenteil dazu gehören Globalisierung und Nationalismus zusammen, weil die Globalisierung auf dem Nationalismus „starker Staaten“ aufbaut. Wichtig: Globalisierung ist kein Schicksal, sondern beruht auf bewussten Entscheidungen. Als Organisation unterstütze ich daher den Verein attac.
B
Berufsverbände
Aktive Unterstützung des Berufsverbandes Umweltwissenschaften in den Jahren 2013 bis 2017.
N
Naturschutz
Mitgliedschaft in diversen Naturschutzorganisationen (unter anderem dem Bund für Umwelt und Naturschutz) seit 1985.
R
Rechtschaffenheit
Siehe unter A wie abgeordnetenwatch.de.
T
Transparenz
Aktive und passive Unterstützung der Vereine Transparency International und Lobbycontrol – seit 2010.
U
Unabhängigkeit
Ich unterstütze Menschen, Vereine, Gesellschaften, Organisationen, Gemeinschaften, Völker, Nationen und Staaten, die sich unabhängig machen wollen. Wenn eine Gruppe Menschen beschließt, aus einer größeren Gruppe auszutreten, und für seine eigenen Belange einzutreten und Verantwortung zu übernehmen, dann muss die größere Gruppe dies akzeptieren. Das Gegenteil dieser Position macht – soweit ich das verstehe – die Richtungen Faschismus, Sozialismus sowie den Kommunismus aus. Im Kontext von Nationenbildung unterstütze ich konkret die Unabhängigkeit der Ukraine, von Katalonien, von Schottland und – neben einem Staate Israel die Bildung eines von der Größe her ausreichend großzügigen Palästinenserstaates.
W
Whistleblowing
Als angehender Wissenschaftler, studentischer Politiker an der Universität, als parlamentarischer Berater im Landtag oder kurz im Ministerium, egal wo ich seit dem Jahre 2011 gearbeitet habe, alle Institutionen verdammten mich zum Schweigen. An der Universität wurde ich gezwungen, eine Stillschweigevereinbarung zu unterschreiben, weil die Ergebnisse meiner Bachelorarbeit die Öffentlichkeit erschrecken könnten.
Im Umweltministerium hörte ich in Meetings, wie Umweltstraftaten der US-Streitkräfte in Rheinland-Pfalz totgeschwiegen werden sollten, und doch durfte ich vertraglich nicht über sie reden und schreiben. Im Landtag beriet ich als Umweltwissenschaftler Politiker, wurde aber an mehreren Fronten förmlich zum Schweigen verpflichtet. Selbst die Landtagsverwaltung ließ mich als Referenten separat antanzen, und stellte mir die Sanktionsliste vor, sofern ich nicht über Interna schweigen würde, wie etwa die Strafgesetzbuchsparagraphen § 133, § 201, § 203, § 204 oder § 353.
Wenn ich als Journalist Interviews führte, zum Beispiel in Mainz zu meinen Recherchen rund um die Entsorgungsfirma Knettenbrech & Gurdulic, erzählten die meisten Betroffenen zwar mehr oder weniger offenherzig über die Missetaten, direkt danach hörte ich aber den Nachsatz: „Aber meinen Namen will ich nicht in der Zeitung sehen.“
Im privaten Bereich hörte ich vom Vater meines Nachbarn, wie er die Tochter meines Nachbarn sexuell belästigt. Ein anderer langjähriger Freund erzählte mir, wie er vom Maler David Hockney für zwei Wochen in seine Hollywood-Villa eingeladen wurde, und sie in seinem Haus Kokain konsumierten. Einmal anvertraute mir ein Studentenvertreter, dass er ein Zwiegespräch mit einem Professor heimlich mitgeschnitten hatte. Als ich einem anderen langjährigen Freund (und Grünenwähler) eines meiner Bücher verkaufte, schlug er mir vor, dass ich die siebenprozentige Mehrwertsteuer, die ich an den Staat abzuführen hatte, ja einbehalten könnte. Auch viele andere Freunde, Bekannte und sogar erweiterte Familienmitglieder taten Dinge, die sie nicht durften, erzählten mir diese Dinge aber, wohingegen ich zum Mitwisser wurde.
Frei nach Immanuel Kant sind Menschen aus einem krummen Holze geschnitzt. Den Staat und somit die Gemeinschaft um ein paar lausige Euros zu betrügen, nur weil man es kann und einen ewigen Groll gegen die Gemeinschaft hat, ist keine große Missetat, und doch bezweifele ich die Aussicht auf eine gute Zukunft, wenn Menschen immer wieder solchen Versuchungen des eigenen kleinen Vorteils erliegen. De facto habe ich in meinem Leben viele Menschen kennengelernt, von denen ich über die Jahre erfuhr, wie sie solcherart auf die krumme Spur gerieten. Der Großteil dieser Menschen waren übrigens Männer.
Sollte ich diese (womöglich kleinen) Missetaten nun allesamt ans Tageslicht bringen? Wie schnell entwickelt sich ein Klima des Misstrauens und der Verdächtigung, wo sich gefühlt immer weniger Menschen an Wertesysteme halten und strafbewehrte Institutionen dies liebend gerne sanktionieren?
Ich stimme darüber ein, dass das gute Verborgene wie zum Beispiel Geschäftsgeheimnisse verborgen bleiben sollen darf. Was mich Whistleblower unterstützen lässt, ist, dass es ausgerechnet staatstragende und finanzstarke Institutionen sind, die das Sagen des schlechten Verborgenen als Geheimnisverrat bestrafen wollen. Man betrachte nur die jüngsten staatlichen Zensur- und Repressionskapriolen rund um den Corona-Ausnahmezustand seit dem Jahre 2020.
Über die Jahre hat sich bei mir ein Gefühl entwickelt, dass Geheimnisse zwar ihre teils berechtigte Schutzfunktion haben, aber dass diese Schutzfunktion zu oft für Missetaten missbraucht wird. Ich bin der Überzeugung, dass dieser Zustand insgesamt mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt.
Heute bin ich davon überzeugt: Wo (Ver-) Schweigen herrscht, sind Korruption und Bestechlichkeit nicht weit. – Und ich glaube an die Werte Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Daher unterstütze ich seit dem Jahre 2020 verstärkt Whistleblower.
